Fixkosten in der Schweiz: was ist normal?

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«Zahle ich zu viel Miete?» «Ist meine Krankenkasse teuer?» «Wie viel geben andere für Strom aus?» Diese Fragen stellen sich viele Schweizerinnen und Schweizer. Hier findest du einen Überblick über die typischen Fixkosten, mit Durchschnittswerten und Einordnung. Dazu die Fixkostenquote und die Hebel je Posten.

Was zählt zu den Fixkosten?

Fixkosten sind Ausgaben, die jeden Monat in gleicher Höhe anfallen und die du nicht innerhalb eines Monats loswirst. Ob du im Juli sparsam lebst oder nicht: Die Miete kommt trotzdem. Drei Arten von Ausgaben solltest du trennen:

  • Fixkosten: Miete, Krankenkasse, Steuern, Versicherungen, Abos. Der Betrag steht fest, der Ausstieg braucht eine Kündigung oder einen Umzug.
  • Variable Kosten: Einkäufe, Restaurant, Kleider, Freizeit, Benzin. Der Betrag schwankt mit deinem Verhalten. Hier sparst du sofort, aber selten viel.
  • Rückstellungen: Geld, das du monatlich beiseitelegst für Rechnungen, die nur ein- oder zweimal im Jahr kommen: Steuern, Jahresprämien, Zahnarzt. Sie gehören ins Budget, sonst fehlen sie im Dezember.

Mobilität ist ein Grenzfall. Ein GA ist ein Fixposten, das Benzin nicht. Batzi rechnet Mobilität deshalb bewusst nicht zur Fixkostenquote: Man kann weniger fahren, aber nicht weniger Miete zahlen.

Fixkostenquote berechnen: Formel und Beispiel

Die Fixkostenquote zeigt, welcher Teil deines Einkommens schon vergeben ist, bevor der Monat anfängt. Die Formel ist einfach:

Fixkostenquote = gebundene Ausgaben ÷ Netto-Einkommen × 100

Als gebunden zählt Batzi genau fünf Kategorien: Wohnen, Gesundheit, Versicherungen, Steuern und Abos. Mobilität und Einkäufe fehlen bewusst. Das Ergebnis wird auf ganze Prozent gerundet. Liegt die Quote über 60 %, sind mehr als drei Fünftel deines Einkommens gebunden. Dann bleibt wenig Spielraum für Unerwartetes, und jeder Ausfall trifft dich direkt.

Ein Beispiel mit den Single-Werten aus der Tabelle weiter unten: Miete 1'500, Krankenkasse 545, Steuern 600, Strom und Nebenkosten 150, Versicherungen 80, Abos 100. Das ergibt CHF 2'975 gebundene Ausgaben pro Monat. Bei einem Netto-Einkommen von CHF 5'500 liegt die Quote bei 54 %, bei CHF 4'800 bereits bei 62 %. Dieselben Fixkosten, ein anderes Risiko.

Netto-EinkommenGebundene AusgabenFixkostenquote
CHF 6'500CHF 2'97546 %
CHF 5'500CHF 2'97554 %
CHF 4'800CHF 2'97562 %

Wer die Quote senken will, hat zwei Hebel: mehr Einkommen oder weniger Bindung. Der zweite ist meist schneller. Wie du das ganze Budget aufbaust, zeigt der Ratgeber zum Haushaltsbudget in der Schweiz.

Die grössten Fixkosten im Schweizer Haushalt

Zur Einordnung: Laut BFS, Haushaltsbudgeterhebung (2023) gibt ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt rund CHF 1'450 pro Monat für Wohnen und Energie aus, rund CHF 1'250 für Steuern und rund CHF 690 für die Grundversicherung. Das sind zusammen etwa ein Drittel des Bruttoeinkommens. Die drei Posten entscheiden, ob dein Budget aufgeht.

1. Miete

Die Miete ist in der Regel der grösste Ausgabenposten. Die Kantonsmittel des Bundesamts für Statistik (Strukturerhebung 2024, Nettomiete ohne Neben- und Heizkosten) zeigen, wie stark sie nach Region variiert:

Kanton3 Zi. (Ø)4 Zi. (Ø)
ZugCHF 1'875CHF 2'270
ZürichCHF 1'732CHF 2'016
LuzernCHF 1'448CHF 1'655
Basel-StadtCHF 1'445CHF 1'891
BernCHF 1'288CHF 1'536
JuraCHF 926CHF 1'128

In den Städten liegt die Miete über dem Kantonsmittel, auf dem Land darunter. Faustregel: Die Miete sollte höchstens rund einen Drittel des Netto-Einkommens ausmachen.

Hebel: Bei der Miete zählen drei Dinge: Zimmerzahl, Wohnort und Belegung. Schweizweit kostet eine 3-Zimmer-Wohnung im Mittel rund CHF 1'450, eine 4-Zimmer-Wohnung rund CHF 1'700, eine 2-Zimmer-Wohnung rund CHF 1'220 (BFS, Strukturerhebung 2024). Ein Zimmer weniger spart im Schnitt CHF 200 bis 250 pro Monat. Der Wohnort wirkt ähnlich stark: In einer ländlichen Gemeinde liegt eine 3-Zimmer-Wohnung bei rund CHF 1'250, in einer Stadt einer grossen Agglomeration bei rund CHF 1'600. Wer nicht umziehen will, kann ein Zimmer untervermieten. Das braucht die Zustimmung der Vermieterin, ist aber gesetzlich vorgesehen.

2. Krankenkasse

Die Grundversicherung kostet für Erwachsene je nach Kanton, Modell und Franchise meist zwischen rund CHF 300 und CHF 600 pro Monat, in Genf bis über CHF 850. Die mittlere Prämie 2026 liegt bei rund CHF 545/Mt. (Franchise CHF 300, Standardmodell, ohne Unfalldeckung).

Spartipp: Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter oder einem Telmed-/HMO-Modell kann CHF 100–200 pro Monat sparen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Krankenkassenwechsel.

Hebel: Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen gleich. Drei Stellschrauben hast du: die Franchise (wer selten zum Arzt geht, fährt mit einer hohen besser), das Modell (Hausarzt, HMO oder Telmed statt freie Arztwahl) und die Kasse selbst. Der Wechsel gilt jeweils auf den 1. Januar. Die Kündigung muss der alten Kasse spätestens am 30. November vorliegen. Wer einen Tag zu spät ist, zahlt ein ganzes Jahr weiter. Die aktuellen Prämien für deine Region findest du in der Prämienübersicht, den Vergleich für deine Situation im Krankenkassen-Rechner.

3. Steuern

Die Steuerbelastung in der Schweiz hängt ab von:

  • Wohngemeinde (Gemeindesteuerfuss)
  • Kanton
  • Einkommen und Vermögen
  • Familienstand und Kinderanzahl

Faustregel: Plane 10–15% des Bruttoeinkommens für Steuern ein. In steuergünstigen Gemeinden (z.B. Zug, Schwyz) kann es deutlich weniger sein.

Hebel: Steuern sind der Posten, der am häufigsten fehlt. Die Rechnung kommt einmal im Jahr, das Geld ist dann oft weg. Lege deshalb jeden Monat einen festen Betrag auf ein separates Konto: Bei CHF 7'200 Steuern im Jahr sind das CHF 600 pro Monat. Der zweite Hebel ist die Säule 3a: Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf 2026 bis zu CHF 7'258 einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. Je nach Gemeinde und Einkommen sind das mehrere hundert bis über tausend Franken weniger Steuern. Was die Einzahlung langfristig bringt, zeigt der Sparrechner.

4. Strom

Der durchschnittliche Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts liegt bei ca. 2'500–3'500 kWh/Jahr. Bei einem Strompreis von rund 30–35 Rp./kWh (Schweizer Median 2026, im Einzelfall über 50 Rp.) ergibt das ca. CHF 65–100 pro Monat.

Hebel: Den Anbieter kannst du als Haushalt nicht wählen, du bist in der Grundversorgung deines lokalen Werks. Der Preis ist gegeben, der Verbrauch nicht. Die grössten Verbraucher sind Warmwasser, Tumbler und alte Kühlgeräte. Prüfe zudem die Abrechnung auf Hoch- und Niedertarif: Manche Geräte lassen sich in die günstigen Stunden verschieben.

5. Nebenkosten (Wasser, Abwasser, Kehricht)

Typischerweise CHF 150–250 pro Monat, oft im Mietzins-Akonto enthalten. Die effektiven Kosten variieren stark nach Gemeinde.

Lies die jährliche Nebenkostenabrechnung. Nur Kosten, die im Mietvertrag aufgeführt sind, darf die Verwaltung dir verrechnen.

6. Versicherungen

  • Hausrat + Haftpflicht: CHF 30–60/Mt.
  • Rechtsschutz: CHF 20–40/Mt.
  • Motorfahrzeug: CHF 80–200/Mt. (je nach Fahrzeug und Deckung)

Hebel: Die Privathaftpflicht braucht jeder Haushalt. Alles andere ist eine Abwägung. Prüfe einmal im Jahr: Stimmt die Hausratsumme noch? Brauchst du den Rechtsschutz? Gibt es Doppeldeckungen, etwa Reiseversicherung über Kreditkarte und Krankenkasse zugleich?

7. Mobilität

  • GA 2. Klasse: rund CHF 320/Mt. (CHF 3'860 im Jahr)
  • Halbtax: rund CHF 15/Mt. (CHF 185 im Jahr, lohnt sich ab ca. CHF 400 Fahrtkosten/Jahr zum Vollpreis)
  • Auto (Gesamtkosten): CHF 500–800/Mt. (Leasing/Abschreibung, Versicherung, Benzin, Parkplatz, Service)

Hebel: Das Auto wird unterschätzt, weil die Kosten auf Versicherung, Steuer, Parkplatz, Service und Wertverlust verteilt sind. Rechne sie zusammen und stelle sie dem GA gegenüber. Wer täglich pendelt, fährt mit dem GA fast immer günstiger. Wer das Auto nur am Wochenende braucht, kommt mit Halbtax und Carsharing meist besser weg.

8. Abos und Verträge

  • Handy: CHF 30–60/Mt.
  • Internet: CHF 40–60/Mt.
  • Streaming: CHF 15–40/Mt. (Netflix, Spotify etc.)

Hebel: Abos sind klein, aber zahlreich, und sie wachsen unbemerkt. Geh einmal im Jahr die Kontoauszüge durch und streiche alles, was du in den letzten drei Monaten nicht genutzt hast. Bei Handy und Internet zahlen Bestandskunden oft den alten, höheren Tarif. Batzi führt für dich einen Abo-Radar, der wiederkehrende Beträge erkennt und dich vor der Verlängerung erinnert.

Gesamtübersicht: Typische monatliche Fixkosten

PostenSinglePaar
MieteCHF 1'500CHF 2'200
KrankenkasseCHF 545CHF 1'090
SteuernCHF 600CHF 1'400
Strom & NKCHF 150CHF 250
VersicherungenCHF 80CHF 150
MobilitätCHF 200CHF 400
AbosCHF 100CHF 150
Total FixkostenCHF 3'175CHF 5'640

Fixkosten nach Haushaltstyp

Haushalte unterscheiden sich weniger im Total als in der Verteilung. Ein paar Muster aus der Haushaltsbudgeterhebung des BFS:

  • Alleinlebende tragen die Miete allein. Wohnen macht bei ihnen den grössten Anteil aus, die Fixkostenquote ist oft höher als bei Paaren mit gleichem Pro-Kopf-Einkommen.
  • Paare ohne Kinder haben die günstigste Struktur: Eine Wohnung, zwei Einkommen. Die Miete pro Kopf sinkt, die Steuern steigen durch die gemeinsame Veranlagung aber überproportional. Wie ihr das aufteilt, zeigt der Ratgeber zum Budget als Paar.
  • Familien mit Kindern zahlen für die grössere Wohnung und für jede Kinderprämie. Dafür sinken die Steuern durch Kinderabzüge. Der grösste Posten neben der Miete ist oft die Kinderbetreuung.
  • Rentnerhaushalte haben ein tieferes Einkommen, aber dieselbe Miete und höhere Krankenkassenprämien. Ihre Fixkostenquote liegt deshalb häufig über der Schwelle, ohne dass sie etwas falsch machen.

Fixkosten senken in 30 Tagen

Fixkosten senkst du nicht im Alltag, sondern in einer Handvoll Entscheiden. Ein Monat reicht:

  1. Woche 1, Bestandesaufnahme: Sammle alle wiederkehrenden Zahlungen aus Konto und Kreditkarte. Rechne Jahresbeträge auf Monate um. Berechne deine Fixkostenquote.
  2. Woche 2, Krankenkasse: Vergleiche Prämien für deine Region, prüfe Franchise und Modell. Wenn der Wechsel sich lohnt, notiere dir den 30. November als Frist.
  3. Woche 3, Abos und Versicherungen: Kündige alles, was du nicht nutzt. Frag bei Handy und Internet nach dem Neukundentarif. Vergleiche Hausrat und Haftpflicht.
  4. Woche 4, Steuern und Wohnen: Richte den Dauerauftrag für die Steuerrückstellung ein. Entscheide über die Säule 3a. Liegt die Miete über einem Drittel des Einkommens, richte ein Suchabo auf Wohnungsportalen ein.

Was du in diesen vier Wochen findest, kommt jeden Monat wieder, ohne dass du etwas dafür tun musst.

Wie finde ich heraus, ob ich zu viel zahle?

Der einfachste Weg: Vergleiche deine Kosten mit dem Durchschnitt für deinen Wohnort. Der Krankenkassen-Rechner steht ohne Konto offen. Die Rechner für Steuern, Miete, Strom und Nebenkosten gehören zu Batzi Premium und zeigen dir auf Basis deiner PLZ, wie deine Kosten im Vergleich abschneiden.

Häufige Fragen zu Fixkosten

Wie hoch dürfen die Fixkosten maximal sein?

Es gibt keine gesetzliche Grenze, aber eine praktische: Liegen mehr als 60 % deines Netto-Einkommens in gebundenen Ausgaben, bleibt nach Essen und Mobilität kaum etwas zum Sparen. Batzi markiert die Quote ab dieser Schwelle.

Zählen Steuern zu den Fixkosten?

Ja. Du kannst sie nicht kündigen, und ihre Höhe folgt aus dem Vorjahr. Rechne den Jahresbetrag auf zwölf Monate um und führe ihn als monatlichen Fixposten.

Sind Lebensmittel Fixkosten?

Nein. Lebensmittel sind variable Kosten, auch wenn du jeden Monat einkaufst. Der Betrag hängt von deinem Verhalten ab, und du kannst ihn nächste Woche ändern. Genau das unterscheidet ihn von der Miete.

Was ist der Unterschied zwischen Fixkosten und Rückstellungen?

Fixkosten sind Ausgaben, die jeden Monat abgehen. Rückstellungen sind Geld, das du für spätere Ausgaben parkst. Die Steuerrückstellung ist beides: Der Monatsbetrag ist fix, aber er bleibt bis zur Rechnung auf deinem Konto. Im Budget behandelst du sie wie eine Fixausgabe.

Wie oft sollte ich meine Fixkosten prüfen?

Einmal im Jahr, am besten im Oktober: Die neuen Krankenkassenprämien sind bekannt, die Frist vom 30. November liegt noch vor dir, und viele Versicherungen laufen auf Ende Jahr aus. Dazu ein Blick, wenn sich dein Leben ändert: Umzug, Zusammenziehen, Kind, neuer Job.

Fazit

Die Fixkosten machen in der Schweiz den Grossteil der monatlichen Ausgaben aus. Wer regelmässig vergleicht und optimiert, besonders bei Krankenkasse und Steuern, kann pro Jahr mehrere tausend Franken sparen. Erstelle dein persönliches Budget mit Batzi und finde heraus, wo du stehst.

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